AZ-900 Azure Fundamentals: Was geprüft wird und wie man sich vorbereitet
Die AZ-900 ist Microsofts Einstiegsprüfung für Cloud-Grundlagen. Sie setzt keine Vorkenntnisse voraus und verlangt kein Programmieren — geprüft wird Verständnis, nicht Bedienung.
Was die Prüfung abdeckt
Microsoft hat die Prüfungsziele zuletzt am 23. Juni 2026 überarbeitet; die neue Fassung gilt seit dem 20. Juli 2026. Geändert haben sich die Abschnitte zu Compute- und Netzwerkdiensten, zu den Verwaltungs- und Bereitstellungswerkzeugen sowie zu den Überwachungswerkzeugen.
Das ist beim Kauf von Vorbereitungsmaterial relevant: Gedruckte Bücher, die vor diesem Datum erschienen sind, beschreiben teilweise noch den alten Stand.
| Prüfungsbereich | Gewicht |
|---|---|
| Cloudkonzepte | 25–30 % |
| Azure-Architektur und -Dienste | 35–40 % |
| Azure-Verwaltung und Governance | 30–35 % |
Zum Bestehen sind 700 von 1000 Punkten nötig. Das ist keine Prozentangabe — Microsoft verwendet eine skalierte Bewertung, bei der nicht jede Frage gleich viel zählt.
Was tatsächlich abgefragt wird
Der häufigste Irrtum bei der Vorbereitung ist, Dienstnamen auswendig zu lernen. Die Prüfung stellt überwiegend Szenariofragen: Eine Situation wird beschrieben, und man soll das passende Konzept oder den passenden Diensttyp erkennen.
Typische Beispiele für das, was wirklich sitzen muss:
- Der Unterschied zwischen Skalierbarkeit und Elastizität — die Fähigkeit zu wachsen gegenüber der automatischen Anpassung an die tatsächliche Last.
- Das Modell der geteilten Verantwortung: Wer haftet wofür, je nachdem ob man IaaS, PaaS oder SaaS nutzt. Vier Dinge bleiben immer beim Kunden — Daten, Endgeräte, Konten und Zugriffsrechte.
- Der Unterschied zwischen Hochverfügbarkeit (der Ausfall fällt nicht auf) und Zuverlässigkeit (das System erholt sich davon).
- Wann Kosten weiterlaufen, obwohl eine virtuelle Maschine ausgeschaltet ist.
Ein Fangstrick, der regelmäßig Punkte kostet. Eine virtuelle Maschine, die man von innen über das Gastbetriebssystem herunterfährt, bekommt den Status „Beendet" — die Rechenkapazität bleibt reserviert und wird weiter berechnet. Erst wenn man sie von außen über Portal, CLI oder PowerShell stoppt, wird sie freigegeben und die Rechenkosten enden. Die Kosten für die Datenträger laufen in beiden Fällen weiter.
Ablauf und Kosten
Die Prüfung ist auf Deutsch verfügbar und lässt sich entweder in einem Testcenter oder als beaufsichtigte Online-Prüfung von zu Hause ablegen. Die Prüfungsgebühr unterscheidet sich je nach Land und ändert sich gelegentlich — den aktuellen Preis nennt Microsoft auf der offiziellen Zertifizierungsseite.
Ein Hinweis zur Sprache: Auch in der deutschen Prüfungsfassung tauchen englische Fachbegriffe auf, und Microsofts Übersetzungen sind nicht durchgängig einheitlich. Wer die englischen Originalbegriffe kennt, stolpert seltener.
Wie man sich sinnvoll vorbereitet
Microsoft stellt unter Microsoft Learn kostenloses Material auf Deutsch bereit. Es ist fachlich zuverlässig, aber als Dokumentationssammlung aufgebaut, nicht als Lernpfad mit Prüfungslogik — es sagt einem, was ein Dienst tut, aber nicht, woran man in einer Frage erkennt, worauf sie abzielt.
Für die meisten funktioniert eine Kombination: die offizielle Dokumentation für den Stoff, dazu strukturiertes Übungsmaterial mit Fragen, die den echten Prüfungsformaten entsprechen — Einfachauswahl, Mehrfachauswahl und Ja-Nein-Aussagentabellen.
In Arbeit: Wir schreiben gerade eine vollständige deutschsprachige Vorbereitung auf die AZ-900 in der Fassung seit Juli 2026 — mit Grundlagenkapitel für Quereinsteiger, Übungsfragen nach jedem Kapitel und zwei vollständigen Übungsprüfungen. Schreib an tnillumination@gmail.com, wenn du benachrichtigt werden möchtest.